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Die Stadt Turku investiert in Barrierefreiheit

Geschrieben von Eficode | April 28, 2021

Seit dem Erneuerungsprojekt Turku.fi im Jahr 2015 sind die Anforderungen an die Barrierefreiheit (WCAG) ein fester Bestandteil der täglichen Arbeit der Kommunikationsverantwortlichen der Stadt Turku. Aber als die Jahre vergingen und die Richtlinie zur Barrierefreiheit in Kraft trat, begann im Frühjahr 2018 die Planung des speziellen Projekts zur digitalen Barrierefreiheit. Ausreichende Mittel wurden bewilligt, und das Projekt startete Anfang 2019 mit zwei Teilzeitkräften: einem Spezialisten und einem Projektmanager.

Schulung, Tests – und dann noch mehr Schulungen und Tests

Die Stadt Turku wählte Eficode als einen ihrer Partner für Barrierefreiheit. Seitdem haben wir Schulungen zur digitalen Barrierefreiheit durchgeführt, Websites evaluiert und umfassende Unterstützung zu allen barrierefreiheitsbezogenen Themen und Fragestellungen angeboten.

Um sicherzustellen, dass alle Mitarbeitenden über ausreichendes Wissen zur Barrierefreiheit verfügen, wurden insgesamt 45 Schulungen durchgeführt – überwiegend in Form von Vorträgen und Workshops. Darüber hinaus wurde auch intern an der Barrierefreiheit gearbeitet: Es gibt nun spezielle Richtlinien für die Content-Erstellung, Dokumentenvorlagen sowie Markenfarben.

Derzeit werden alle digitalen Dienste vor der Umsetzung von Anpassungen geprüft und die Barrierefreiheitserklärungen entsprechend aktualisiert. Die Verantwortung für die Behebung von Barrieren liegt bei den Product Ownern und Webadministratoren, die diese Aufgaben entweder selbst übernehmen oder – abhängig von Zeit und Ressourcen – an Beratungsunternehmen auslagern. Größere digitale Services wurden nach notwendigen Anpassungen erneut auditiert oder getestet.

Bei der Entwicklung neuer Services ist es das Ziel, dass eine Barrierefreiheitsexpertin oder ein -experte – entweder von der Stadt Turku oder vom jeweiligen Anbieter – von Beginn an eng in den Prozess eingebunden ist, um die Anforderungen sicherzustellen. Barrierefreiheitsmaßnahmen sollen nicht mit dem Abschluss eines Audits enden.

Barrierefreiheit ist Teamarbeit

Neben den Projektbeteiligten und Mitgliedern der Steuerungsgruppe gibt es ein spezielles „Barrierefreiheitsnetzwerk“ mit rund 30 Personen aus verschiedenen Fachbereichen, die überwiegend für unterschiedliche digitale Services der Stadt Turku verantwortlich sind.

Kommunikationsfachkräfte – insbesondere Webspezialistinnen und -spezialisten, Content-Ersteller sowie Grafikdesigner – spielen eine Schlüsselrolle im Projekt. Sie arbeiten eng mit Product Ownern, Webadministratoren und Entwicklerteams zusammen.

Auch Werbeagenturen und externe Entwickler sind in das Projekt eingebunden.

Barrierefreiheit entwickeln erfordert geeignete Tools

Das zentrale Tool der Stadt ist Siteimprove, das für alle digitalen Services eingesetzt wird. Zusätzlich kommen der Color Contrast Analyzer und der WebAIM Color Checker zum Einsatz, um ausreichende Farbkontraste sicherzustellen. Auch die Barrierefreiheitstools in Office 365 sowie in PDF-Software werden genutzt.

Eficode-Berater führten Website-Audits mit verschiedenen Tools durch, darunter Screenreader (NVDA, VoiceOver), Wave, Adobe Acrobat Pro DC, Stylus, die genannten Kontrastprüfer sowie diverse browser-spezifische Funktionen.

Die Entwicklung von Barrierefreiheitsprozessen ist eine kontinuierliche Aufgabe

Neues zu lernen und Wissen in einer großen Organisation umzusetzen ist ein langsamer Prozess, der manchmal Druck und kontinuierliche Wiederholung erfordert – Schulungen allein reichen nicht aus. Die Anpassung bestehender Systeme kann schwierig sein, und oft ist es sinnvoller, in neue Lösungen zu investieren, statt sich in der Behebung alter Probleme zu verlieren.

Auch wenn die Auswirkungen von COVID-19 zu einem erhöhten Arbeitsaufwand für die städtische Kommunikation geführt und Inhaltsaktualisierungen verlangsamt haben, haben einige Mitarbeitende Barrierefreiheit besonders engagiert vorangetrieben. Sie haben eigenständig Arbeit koordiniert, Wissen gesammelt und Best Practices entwickelt, die anschließend stadtweit geteilt wurden.

Um zu vermeiden, dass Fehler immer wieder gemacht werden, müssen Barrierefreiheitsaktivitäten auf Stadtebene koordiniert werden – auch wenn die Verantwortung bei den jeweiligen Product Ownern liegt.

Langfristige Zusammenarbeit und feste Partnerschaften im Bereich Barrierefreiheit haben sich gegenüber einmaligen Projekten klar bewährt. In diesem Fall erhielt die Stadt Turku kontinuierliche Unterstützung durch Workshops und wurde bei der Umsetzung von Barrierefreiheit nicht allein gelassen.

Der Blick in die Zukunft ist positiv: Nach Abschluss des Projekts wird die Stadt Turku eine eigene Koordinationsstelle für Barrierefreiheit haben, während Eficode weiterhin als ausgewählter Partner für Barrierefreiheit zur Seite steht.