Die NIS2-Richtlinie ist ein wichtiger Schritt in den Bemühungen der Europäischen Union, die Cybersicherheit zu verbessern. Sie stellt strengere Anforderungen an Unternehmen, insbesondere in wichtigen Sektoren wie Finanzen, Energie und digitaler Infrastruktur.
Henri Hämäläinen
Chief Product and Partner Officer
Henri unterstützt Organisationen dabei, erfolgreicher und effizienter zu werden. Als praxisorientierter Consultant stößt er notwendige Veränderungen an und optimiert Strukturen, Prozesse, Tools sowie Arbeitsmethoden. Seine umfassende Erfahrung basiert auf dem Coaching von dutzenden unterschiedlich aufgestellten Produktorganisationen.
Wenn euer Unternehmen in diese Branchen fällt oder Teil ihrer Lieferkette ist, ist es aus Sicherheits- und regulatorischen Gründen entscheidend, dass eure DevOps-Prozesse NIS2-konform sind. Die Richtlinie trat im Oktober 2024 in Kraft und macht Compliance verpflichtend.
Woher wisst ihr also, ob euer aktuelles DevOps-Setup diese neuen Standards erfüllt? Mit diesen sechs Fragen findet ihr es heraus.
1. Verlagert ihr Sicherheit nach links, indem ihr jeden Schritt eurer CI/CD-Pipeline prüft?
NIS2 legt den Schwerpunkt auf robuste Cybersicherheitsmaßnahmen. Ein wichtiger Teil davon ist, Sicherheit direkt in eure DevOps-Prozesse zu integrieren. Sicherheitsprüfungen sollten in jeder Phase der Pipeline stattfinden – nicht erst am Ende.
Fragt euch:
Prüft ihr Code während des Build-Prozesses auf Schwachstellen?
Testet ihr eure Anwendungen in Staging-Umgebungen während des Betriebs auf Sicherheitsprobleme?
Falls nicht, setzt ihr eure Organisation möglicherweise Risiken aus, die ihr laut NIS2 managen solltet. Einzellösungen wie SonarQube oder Snyk sowie DevOps-Plattformen wie GitLab und GitHub können diese Schritte automatisieren.
2. Verfügt ihr über Tools zur Erkennung und Reaktion auf Incidents?
Nach NIS2 müssen Unternehmen schwerwiegende Incidents innerhalb von 24 Stunden melden. Daher müsst ihr Probleme in Echtzeit erkennen und schnell darauf reagieren können.
Fragt euch:
Nutzt ihr Monitoring- und Alerting-Tools wie Prometheus oder Datadog, um Zustand und Sicherheit eurer Anwendungen zu überwachen?
Habt ihr Incident-Management-Tools wie Opsgenie in eure Pipeline integriert, um die richtigen Personen schnell zu benachrichtigen?
Echtzeiterkennung und schnelle Reaktionen sind entscheidend, um konform zu bleiben.
3. Ist eure Lieferkette sicher und nachvollziehbar?
NIS2 betont nicht nur die Sicherheit, sondern auch die Nachvollziehbarkeit von Drittanbietern. Im DevOps-Kontext bedeutet das, die Sicherheit und vollständige Transparenz aller verwendeten Softwarebibliotheken, Container und APIs sicherzustellen.
Fragt euch:
Prüft ihr Abhängigkeiten von Drittanbietern auf Schwachstellen, bevor ihr sie in der Produktion einsetzt?
Habt ihr klare Prozesse, um die Sicherheit von Lieferanten zu bewerten und fortlaufend zu überwachen?
Könnt ihr nachverfolgen, woher jede Abhängigkeit in eurer Pipeline stammt, und sicherstellen, dass sie während des gesamten Lebenszyklus sicher ist?
Wenn ihr eure Lieferkette absichert und nachverfolgt, schützt ihr nicht nur eure Systeme, sondern erfüllt auch die NIS2-Anforderungen an Sicherheit und Nachvollziehbarkeit.
4. Habt ihr automatisierte Reaktionen auf Sicherheitsvorfälle?
Manuelle Reaktionen auf Incidents könnten schneller und effektiver sein, insbesondere wenn Geschwindigkeit entscheidend ist. Automatisierung stellt sicher, dass ihr bei Problemen schnell handeln könnt – was unter NIS2 unerlässlich ist.
Fragt euch:
Könnt ihr Deployments bei einem Fehler oder Sicherheitsproblem automatisch zurückrollen?
Gibt es automatisierte Maßnahmen wie das Einspielen von Patches oder das Herunterskalieren kompromittierter Services?
Tools wie Argo CD oder Kubernetes Helm können euch dabei helfen, diese Prozesse zu automatisieren und eure Systeme auch bei Sicherheitsbedrohungen reibungslos am Laufen zu halten.
5. Überwacht und protokolliert ihr alle Aktivitäten?
NIS2 verlangt eine umfassende Protokollierung und Überwachung, damit Sicherheitsvorfälle nachverfolgt und gemeldet werden können. Dazu gehört, detaillierte Logs über alle Vorgänge in eurer Pipeline zu führen.
Fragt euch:
Sammelt ihr Logs aus jeder Phase eurer CI/CD-Pipeline – Build, Test, Deployment und Produktion?
Nutzt ihr Tools wie Elasticsearch oder Splunk, um Logs zentral zu verwalten und Aktivitäten in Echtzeit zu überwachen?
Dieses Maß an Protokollierung und Überwachung unterstützt eine sofortige Reaktion und liefert die notwendigen Daten für Audits.
6. Habt ihr einen Prozess zur Meldung von Vorfällen?
Bei einem Cybersicherheitsvorfall müsst ihr die Behörden innerhalb von 24 Stunden informieren und innerhalb von 72 Stunden einen vollständigen Bericht vorlegen. Dafür braucht ihr einen klaren Prozess für Dokumentation und Meldung.
Fragt euch:
Habt ihr einen klaren Prozess, um Vorfälle zu dokumentieren und den Behörden zu melden?
Ist dieser Prozess automatisiert, sodass die erforderlichen Logs und Daten erfasst werden?
So stellt ihr sicher, dass ihr die Meldeanforderungen von NIS2 ohne Verzögerungen erfüllt.
Ist euer DevOps für NIS2 bereit?
Bei NIS2 geht es um mehr als nur die richtige Technologie. Es geht darum, auf Cybersicherheitsbedrohungen vorbereitet zu sein und zu wissen, wie ihr reagieren müsst. Wenn ihr nicht sicher seid, ob eure DevOps-Prozesse konform sind, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, aktiv zu werden.
Wenn ihr diese grundlegenden Fragen beantwortet, seid ihr einem wichtigen Schritt näher, sicherzustellen, dass eure Pipelines die NIS2-Standards erfüllen und so euer Unternehmen und eure Kunden schützen.
Wenn ihr dabei Unterstützung braucht, hilft euch unser Team bei Eficode gerne weiter. Mit unserer Expertise in DevSecOps können wir euch dabei unterstützen, diese Best Practices in eure Pipelines zu integrieren und die vollständige NIS2-Compliance sicherzustellen.
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- CI/CD
- Sicherheit
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