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Erfolg in Plattformteams nicht nur an Zahlen messen

SEP 28, 2023

Teil 6

Dan Grøndahl Glavind

Dan is a seasoned DevOps Consultant at Eficode with 10+ years of experience working with software development. Dan has helped a wide variety of Danish companies become better at delivering software and is currently focussing on helping teams and organizations build platform engineering capabilities.

„Der Mehrwert eines Platform-Teams lässt sich am Mehrwert der Services messen, die es den Produktteams bietet.“ – Skelton, Matthew; Pais, Manuel, Team Topologies

Die Herausforderung herkömmlicher Metriken

Bei der Bewertung des Erfolgs eines Teams erleben wir oft die Einführung von Metriken aus dem DevOps Research and Assessment (DORA).

Für alle, die damit noch nicht vertraut sind: DORA-Metriken umfassen Kennzahlen wie die Deployment-Häufigkeit und die Zeit bis zur Wiederherstellung eines Services. Sie gelten als Industriestandard zur Bewertung der DevOps-Performance.

Werden solche Metriken vom oberen Management an die Teams weitergegeben, kann sich das wie eine kalte Dusche anfühlen.

Warum? Weil manche Teams „bloße Metriken“ fürchten. Transparent gemessen zu werden, macht angreifbar – besonders, wenn ein ungünstiger Vergleich möglich ist. Seien wir ehrlich: Kein Team wird gern mit einem anderen verglichen, vor allem nicht, wenn dabei Äpfel mit Birnen verglichen werden.

Verschiedene Abteilungen haben ihre eigenen Herausforderungen. DevOps-Teams setzen beispielsweise andere Schwerpunkte als Projektmanager oder Platform-Engineering-Teams. Jedes bringt eigene Stärken mit. Ein direkter Vergleich anhand von Metriken kann daher bestenfalls irreführend und schlimmstenfalls demotivierend sein.

Metriken in der Softwarebereitstellung selbst verantworten

Wenn der klassische Top-down-Ansatz zur Einführung von Metriken also nicht ideal ist – was ist die Alternative? Entscheidend ist, dass Platform-Teams ihre Messungen selbst verantworten.

  • Metriken verstehen: Zunächst sollte das Team verstehen, warum bestimmte Metriken wichtig sind. Ein gutes Beispiel sind DORA-Metriken, die in diesem Beitrag von Google Cloud hervorragend erklärt werden. Wenn Teams die Gründe hinter den Metriken verstehen, können sie diese aus Überzeugung annehmen.

  • SPACE-Metriken einbeziehen: SPACE wurde von Nicole Forsgren eingeführt und steht für Zufriedenheit, Performance, Aktivität, Gemeinschaft und Weiterentwicklung. Diese Metriken fördern einen umfassenderen Blick auf Erfolg und berücksichtigen sowohl technische als auch menschliche Faktoren.

  • Von Vordenkern lernen: Vordenker wie Abi Noda zeigen, wie Metriken als echte Leistungsindikatoren dienen können, ohne zu Strafwerkzeugen zu werden. Der Schlüssel liegt darin, Messungen als Orientierungspunkte statt als Stoppschilder zu sehen.

Trends statt absoluter Werte

Ist es gut, wenn euer Platform-Team seine Deployment-Häufigkeit innerhalb eines Monats um 10 % steigert? Auf den ersten Blick mag das so wirken, doch ohne Kontext ist das schwer zu beurteilen.

Deshalb sind Trends entscheidend. Statt euch auf die Momentaufnahme einer einzelnen Metrik zu konzentrieren, solltet ihr ihre Entwicklung über die Zeit verfolgen. Erst der Verlauf liefert Erkenntnisse, zeigt Wachstumsbereiche auf und macht echte Fortschritte sichtbar.

Beispielmetriken für Platform-Teams

Hier findet ihr eine Liste von Metriken, mit denen ihr die Effektivität eines Platform-Teams bewerten und Verbesserungsbereiche identifizieren könnt:

1. Akzeptanzrate der Plattform: Beschreibung: Misst, wie viele Produktteams oder Services die Plattform aktiv nutzen und wie viele nicht.Berechnung: (Anzahl der Produktteams, die die Plattform nutzen/Gesamtzahl der Produktteams) x 100.Warum sie wichtig ist: Eine höhere Akzeptanzrate kann auf die Benutzerfreundlichkeit, Relevanz und Effektivität der Plattform hindeuten. Eine niedrigere Rate kann auf mögliche Herausforderungen oder Lücken im Angebot der Plattform hinweisen.

2. Durchschnittliche Onboarding-Zeit (MTTO): Beschreibung: Erfasst die durchschnittliche Zeit, die ein Produktteam für das Onboarding benötigt, um die Plattform aktiv zu nutzen.Berechnung: Summe aller Onboarding-Zeiten der Produktteams/Anzahl der erfolgreich eingebundenen Produktteams.Warum sie wichtig ist: Eine kürzere MTTO deutet darauf hin, dass die Plattform intuitiv und gut dokumentiert ist. Eine längere MTTO kann auf Verständnisschwierigkeiten bei der Plattform oder fehlende Unterstützungsmaterialien hinweisen.

3. Verfügbarkeit der Plattform-Services: Beschreibung: Misst die Zuverlässigkeit der von der Plattform bereitgestellten Services.Berechnung: (Gesamtzeit, Ausfallzeit)/Gesamtzeit.Warum sie wichtig ist: Ein hoher Verfügbarkeitsanteil weist auf eine robuste und zuverlässige Plattform hin – entscheidend für Produktteams, die für ihren Betrieb von ihr abhängen.

4. Dauer der Feedback-Schleife:Beschreibung: Erfasst die durchschnittliche Zeit zwischen dem Feedback von Nutzern und der Bearbeitung durch das Platform-Team.Berechnung: Summe aller Reaktionszeiten auf Feedback/Anzahl der bearbeiteten Feedback-Fälle.Warum sie wichtig ist: Eine kürzere Feedback-Schleife kann auf ein agiles und reaktionsschnelles Platform-Team hindeuten und dessen Engagement für kontinuierliche Verbesserung und Nutzerzufriedenheit zeigen.

Diese Metriken bieten Platform-Teams erste Einblicke in ihre Performance und in Bereiche, die möglicherweise Aufmerksamkeit benötigen. Denkt daran: Entscheidend ist nicht nur das Messen, sondern auch, auf Basis dieser Erkenntnisse zu handeln und so Wachstum und Verbesserung zu fördern.

Top-Tipp: Backstage bietet Metriken und KPIs zu den Auswirkungen der Einführung eines Developer-Portals, die wertvolle Einblicke liefern können.

Metriken sind mehr als Zahlen auf einem Dashboard

Metriken erzählen Geschichten über Wachstum, Herausforderungen, Erfolge und Lernen. Für Platform-Teams dienen sie als Kompass. Doch denkt daran: Der Kompass gibt zwar die Richtung vor, aber das Team schreibt die Geschichte.

Nutzt Metriken als Werkzeug, um Orientierung zu geben, Erkenntnisse zu gewinnen und euch weiterzuentwickeln – damit euer Weg zum Erfolg messbar und sinnvoll bleibt.

Jetzt ist es Zeit für den letzten Blogbeitrag unserer Reihe zu Platform Engineering: Erfolge und Herausforderungen kommunizieren.

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