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Den Produktgedanken in Platform-Teams erfolgreich umsetzen

SEP 28, 2023

Teil 5

Dan Grøndahl Glavind

Dan is a seasoned DevOps Consultant at Eficode with 10+ years of experience working with software development. Dan has helped a wide variety of Danish companies become better at delivering software and is currently focussing on helping teams and organizations build platform engineering capabilities.

Fragt nicht, was die Entwickler für euch tun können, sondern was ihr für eure Entwickler tun könnt.

Warum ein Produkt-Mindset alles verändert

Denkt an euer Lieblingsprodukt. Warum mögt ihr es so sehr? Weil es auf eure Bedürfnisse eingeht, eure Wünsche antizipiert und etwas Einzigartiges bietet, richtig? Übertragt diese Logik nun auf Platform Engineering.

Wenn ein Platform-Team ein Produkt-Mindset verfolgt, geht es nicht mehr nur darum, „irgendetwas zu bauen“, sondern Lösungen zu entwickeln, die bei den Nutzern wirklich ankommen. Bei diesem Mindset stehen die Nutzer im Mittelpunkt, die Plattform wird kontinuierlich weiterentwickelt und schafft Mehrwert.

Entscheidend ist nicht nur, was die Plattform kann, sondern was Nutzer damit erreichen können.

Brücken zu internen Kunden bauen

In diesem Zusammenhang bezeichnet „interne Kunden“ Entwickler, Teams oder Abteilungen, die die Plattform innerhalb eurer Organisation nutzen werden.

Mit einem Produkt-Mindset wird die Beziehung des Platform-Teams zu seinen Kunden interaktiver und partnerschaftlicher. Es geht nicht einfach darum, ihnen Tools bereitzustellen, sondern ihre Herausforderungen, Bedürfnisse und Ziele zu verstehen.

Regelmäßige Feedbackrunden, Workshops oder auch informelle Treffen bei einem Kaffee öffnen Kommunikationskanäle und helfen dabei, die Plattform relevant und wirkungsvoll zu halten.

Den Fokus von der Infrastruktur auf das Platform-Team verlagern

Der Wechsel von einem traditionellen Infrastruktur-Mindset zu einem produktorientierten Platform-Team kann sich anfühlen, als würdet ihr eine neue Sprache lernen.

Traditionell arbeiteten Infrastrukturteams im Hintergrund und sorgten dafür, dass Systeme reibungslos liefen, während sie von Endnutzern weitgehend getrennt blieben. Sie kommunizierten nur über Change Requests in ihrem Information Technology Infrastructure Library (ITIL)-System.

Der Fokus auf Platform-Engineering-Teams bedeutet, direkt mit Nutzern zu interagieren und Verantwortung für die User Experience zu übernehmen.

Dieser Wandel bedeutet nicht nur neue operative Strategien, sondern verändert die DNA des Teams. Er erfordert proaktives Engagement, einen Fokus auf Nutzerfeedback und die Offenheit für kontinuierliche Weiterentwicklung.

Und ja, es wird Anlaufschwierigkeiten geben: Widerstand gegen Veränderungen, die Sorge, Grenzen zu überschreiten, und die Herausforderung, neue Dynamiken zu verstehen. Mit Engagement und einer klaren Vision kann die Transformation jedoch zu tiefgreifenden Vorteilen für die Organisation und jeden Einzelnen führen.

Die Menschen hinter dem Produkt

So wie ein Schiff einen Kapitän braucht, der den Kurs bestimmt, profitieren Platform-Teams enorm von Produktmanagern (PMs), Product Ownern (POs) und User-Experience-Spezialisten.

Diese Experten bringen fundiertes Wissen über Nutzerbedürfnisse, Marktdynamiken und die Produktentwicklung mit. Sie helfen dabei, Features zu priorisieren, Nutzerfeedback effizient zu bündeln und sicherzustellen, dass die Plattform nutzerzentriert bleibt. Seht sie als Brücke zwischen der technischen Welt der Plattform und den praktischen Herausforderungen der Nutzer.

„Say Data“ und „Do Data“ in Einklang bringen

Es ist ein altbekanntes Dilemma: Menschen sagen vielleicht, dass sie das eine wollen, ihr Verhalten zeigt aber etwas anderes. Hier kommt der Unterschied zwischen „Say Data“ (was Kunden äußern, dass sie wollen) und „Do Data“ (wie Kunden mit der Plattform interagieren) ins Spiel.

Stellt euch vor, euch wird gesagt, ein Tool sei zu kompliziert, und dann beobachtet ihr eine hohe Nutzungsrate. Diese Diskrepanz kann eine wahre Fundgrube an Erkenntnissen sein.

Es ist wichtig, die richtige Balance zu finden. Während „Say Data“ wertvolles Feedback liefert, zeigt „Do Data“ tatsächliche Verhaltensmuster.

Durch die Analyse beider Datenarten können Platform-Teams den Unterschied zwischen dem, was Nutzer zu brauchen glauben, und der Art, wie sie mit Tools interagieren, erkennen. So entstehen gut informierte Teams, die wirkungsvolle Software entwickeln.

Produkt- versus technologiegetriebene Ansätze

Beim Übergang zu einem Produkt-Mindset für Platform-Teams wird häufig darüber diskutiert, ob der Ansatz produkt- oder technologiegetrieben sein sollte. Beide haben ihre Vorteile. Entscheidend ist jedoch, die richtige Balance zwischen ihnen zu finden.

Produktorientierter Ansatz

Produktorientiert zu arbeiten bedeutet, dass die Bedürfnisse, Wünsche und Herausforderungen der Nutzer die Entscheidungen eures Teams maßgeblich beeinflussen. Dieser Ansatz führt häufig zu:

  • Enger Ausrichtung an Geschäftsergebnissen: Der Fokus auf Nutzerbedürfnisse wirkt sich ganz natürlich auf Geschäftsergebnisse aus.

  • Höherer Nutzerzufriedenheit: Ihr entwickelt und erstellt, was Nutzer brauchen.

  • Klareren Roadmaps: Ziele sind in der Regel klarer, weil sie direkt mit Nutzer- und Geschäftsergebnissen verknüpft sind.

Eine zu starke Produktorientierung kann jedoch manchmal dazu führen, dass innovative technologische Fortschritte übersehen werden, die das Produkt der Konkurrenz vorausbringen könnten.

Technologieorientierter Ansatz

Technologieorientiert zu arbeiten bedeutet, dass Entscheidungen vor allem auf technologischen Fortschritten, Trends und Möglichkeiten basieren. Dies führt häufig zu:

  • Innovativen Lösungen: An der Spitze der technologischen Entwicklung zu stehen, kann zu Lösungen führen, an die Nutzer noch gar nicht gedacht haben.

  • Fortschritten bei Performance und Sicherheit: Dieser Ansatz verschiebt die Grenzen bei Geschwindigkeit, Effizienz und Sicherheit.

  • Zukunftssicherheit: Der Einsatz neuester Technologien kann das Produkt anpassungsfähiger für zukünftige Veränderungen machen.

Ein zu technologiezentrierter Ansatz kann jedoch dazu führen, Features zu entwickeln oder Technologien einzusetzen, die zwar beeindruckend wirken, aber nicht unbedingt Nutzerbedürfnisse erfüllen oder zu Geschäftszielen passen.

Den Mittelweg finden

Die richtige Balance macht den Unterschied. Deshalb:

  • Optimaler Einsatz der Ressourcen: Die Balance beider Ansätze stellt sicher, dass Ressourcen gezielt in wichtige nutzerzentrierte Features fließen und ihr zugleich technologische Trends im Blick behaltet.

  • Relevant und innovativ bleiben: Wenn ihr Nutzerbedürfnisse mit modernster Technologie verbindet, erfüllt ihr aktuelle Anforderungen und antizipiert zukünftige.

  • Risiken minimieren: Während ihr innoviert, bleibt ihr zugleich an realen Bedürfnissen orientiert und vermeidet die Fallstricke eines Tunnelblicks auf Technologie oder Nutzeranforderungen.

Auch wenn es verlockend ist, sich vollständig auf Produkte oder Technologie zu konzentrieren, liegt der Schlüssel zum Erfolg im Zusammenspiel beider.

Es geht darum, technologisch fortschrittliche Lösungen zu schaffen, die Nutzer wirklich brauchen und schätzen. Vermeidet Extreme und setzt auf Ausgewogenheit.

Platform Teams mit Produktdenken priorisieren Nutzerbedürfnisse

Lösungen zu entwickeln, die über Tools hinausgehen und echte Erlebnisse schaffen, ist das Ergebnis eines Produktdenkens. Solche Teams fördern einen intensiveren wechselseitigen Austausch mit internen Kunden, zu denen Entwickler oder ganze Abteilungen gehören können.

Der Wechsel von traditionellen Infrastrukturrollen kann besondere Herausforderungen mit sich bringen. Dieser Wandel ist oft tiefgreifend und betrifft sowohl operative als auch kulturelle Aspekte, doch die Vorteile sind erheblich.

Im Zuge ihrer Weiterentwicklung wird die Einbindung von Produktexperten entscheidend. Diese Fachleute, etwa Spezialisten für User Experience oder PMs, bilden die Brücke zwischen den technischen Möglichkeiten der Plattform und den realen Herausforderungen der Nutzer.

Ein wiederkehrendes Thema ist die Balance zwischen „Daten sagen“ und „Daten tun“. Teams müssen abwägen, was Nutzer angeben zu wollen, und wie sie tatsächlich mit der Plattform interagieren. So können sie fundierte Entscheidungen bei der Softwarebereitstellung treffen.

Platform Teams stehen zudem häufig vor der Entscheidung, ob sie produkt- oder technologieorientiert arbeiten sollen. Beide Ansätze haben ihre Vorteile, doch echter Erfolg entsteht durch ihre Verbindung. Indem technologische Innovationen echten Nutzerbedürfnissen dienen, können Platform Teams wirkungsvolle und langlebige Lösungen schaffen.

Weiterführende Literatur

Wenn ihr mehr über die Besonderheiten einer produktorientierten Denkweise und das Verständnis von Nutzerverhalten erfahren möchtet, empfehlen wir euch die folgenden Bücher:

Melissa Perri beleuchtet die häufigsten Fallstricke, mit denen Unternehmen konfrontiert sind, wenn sie sich stärker auf die Entwicklung von Features als auf die Schaffung von Mehrwert konzentrieren. Ein aufschlussreicher Leitfaden für alle, die einen wirklich produktorientierten Ansatz verfolgen möchten.

Nathaniel Greene taucht in die Welt der Verhaltenswissenschaft ein und erklärt, warum Verbraucher bestimmte Entscheidungen treffen. Dieses Buch bietet wertvolle Einblicke für Unternehmen, die ihre Zielgruppe wirklich verstehen möchten.

Beide Bücher bieten allen, die die User Experience und Produktentwicklung verstehen und optimieren möchten, eine Fülle an Wissen. Viel Spaß beim Lesen!

Nachdem wir uns mit der produktorientierten Denkweise beschäftigt haben, finden wir heraus, wie Erfolgsmessung in Platform Engineering-Teams aussieht.

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