Platform Engineering ist seit einiger Zeit in aller Munde – doch was steckt dahinter?
Dan Grøndahl Glavind
Dan is a seasoned DevOps Consultant at Eficode with 10+ years of experience working with software development. Dan has helped a wide variety of Danish companies become better at delivering software and is currently focussing on helping teams and organizations build platform engineering capabilities.
Es ist eine Disziplin im Zentrum von Technologie, Betrieb und Menschen. Dabei geht es darum, eine reibungslose Developer Experience (DevX) zu schaffen, die Produktivität, Innovation und Wachstum fördert. Sie optimiert Softwarebereitstellungsprozesse, macht sie zuverlässig und widerstandsfähig – als Rückgrat technologischer Infrastrukturen. Doch wie navigiert ein Chief Technology Officer (CTO) durch diese enorme Komplexität? Diese und weitere Fragen beantworte ich im ersten Teil meiner siebenteiligen Blogserie, in der ich als DevOps-Berater die Perspektive eines CTO einnehme.
„Wenn ich CTO wäre, würde ich Platform Engineering so angehen“ von Dan Grøndahl Glavind. Lest die siebenteilige Blogserie:Teil 1: Warum die Unterstützung des oberen Managements wichtig istTeil 2: Aufbau einer Platform-Engineering-OrganisationTeil 3: Wie Platform-Teams ambitionierte Ziele erreichen könnenTeil 4: Ein Mantra für erfolgreiche Platform-TeamsTeil 5: Mit dem Produktdenken in Platform-Teams umgehenTeil 6: Erfolg in Platform-Teams über Zahlen hinaus messenTeil 7: Erfolge und Herausforderungen in Platform-Teams kommunizieren
Teil 1: Warum die Unterstützung des oberen Managements wichtig ist
Platform Engineering einzuführen, ist nicht nur ein technischer Wandel, sondern ein Paradigmenwechsel. Für einen CTO geht es nicht nur um das „Wie“, sondern auch um das „Warum“. Bevor ihr eine so weitreichende Transformation vorantreibt, solltet ihr euch zunächst fragen:
Welche übergeordneten Ziele verfolgt ihr?
Seid ihr an einem Punkt, an dem es nicht nur machbar, sondern auch sinnvoll ist, eure Entwicklungsarbeit in Plattformen zu überführen?
Verfügt ihr über die notwendigen Fähigkeiten oder gibt es Bereiche, die ihr stärken könntet?
Wenn ihr diese Punkte klärt, könnt ihr eine Vorgehensweise festlegen, die zu euren Zielen passt. Hier sind einige häufige Ziele in der Branche.
Ich möchte schneller Mehrwert schaffen
In der Softwareentwicklung wird „Time to Value“ oft von Anfang an priorisiert. Gemeint ist der Zeitraum zwischen dem Start einer Idee und dem Zeitpunkt, an dem ihr daraus konkreten Nutzen zieht. Es geht jedoch nicht nur um die schnelle Bereitstellung von Software, sondern auch darum, die umfassenderen Auswirkungen neuer Software auf das Unternehmen und seine Nutzer zu verstehen.
Stellt euch vor, ihr führt eine Softwarelösung ein, die das Nutzererlebnis (UX) sofort verbessert und das Unternehmen auf Wachstumskurs bringt. Das wäre, als würdet ihr einen Samen säen und ihm unmittelbar beim Keimen zusehen.
Feedback ist entscheidend. Software braucht Nutzerfeedback wie eine junge Pflanze Sonnenlicht, Wasser und Pflege. Sammelt es so früh wie möglich, um eure Software weiterzuentwickeln und effektiver zu machen. Der kontinuierliche Kreislauf aus Entwickeln, Messen und Lernen schafft Mehrwert – eine robuste Plattform wirkt dabei als Katalysator.
Sie nimmt euch die aufwendigen Aufgaben ab und ermöglicht Entwicklern, sich auf das zu konzentrieren, was sie am besten können: programmieren und innovieren. Indem sie sie von den komplexen Details der Infrastrukturverwaltung abschirmt, können sie sich auf Features und Funktionen konzentrieren, die für Nutzer am wichtigsten sind.
Stellt euch einen Koch in einer hochmodernen Küche vor. Mit den richtigen Werkzeugen und der passenden Umgebung kann er sich darauf konzentrieren, köstliche Gerichte zu kreieren, statt sich mit defekten Geräten oder fehlenden Zutaten herumzuschlagen. In der Softwareentwicklung ist die Plattform die Küche und die Entwickler sind die Köche. Sie entwickeln Lösungen, die Nutzer überzeugen und dem Unternehmen zum Erfolg verhelfen.
Ich möchte Geschäft und Kosten miteinander verknüpfen
In modernen IT-Landschaften habe ich beobachtet, dass sich IT-Verantwortliche häufig auf Kostensenkungen konzentrieren. Das ist vergleichbar damit, Server auszustecken, um Stromkosten zu sparen: Es spart vielleicht Geld, ist aber nicht praktikabel.
Hier wird eine einheitliche Plattform zum entscheidenden Faktor. Sie fördert strategische Finanzmanagementpraktiken wie FinOps, indem sie die Integration von Metadaten vereinfacht – Tags und Labels, die Kostenstellen oder Geschäftsbereichen zugeordnet sind. Über standardisierte Deployment-Prozesse oder „Golden Paths“ könnt ihr diese Kennzeichnungen einfach zu Ressourcen hinzufügen und sie ohne unnötige Bürokratie verpflichtend machen.
Indem ihr diese Funktion über eine Plattform zentralisiert, fördert ihr Kostentransparenz und befähigt Teams. Durch die bessere Transparenz können Teams erkennen, ob Ausgaben mit dem gesamten geschäftlichen Mehrwert im Einklang stehen.
Letztlich entsteht so eine Kultur, in der es bei IT-Investitionen ebenso sehr um die Schaffung von Mehrwert wie um Kostenkontrolle geht.
Ich möchte in Developer Experience (DevX) investieren, um Talente zu gewinnen
In der Tech-Welt herrscht ein Wettbewerb um Talente, und da AI weiter an Bedeutung gewinnt, sind erstklassige Entwickler besonders gefragt. Doch wie wird euer Unternehmen zu dem Ort, an dem Entwickler gerne arbeiten möchten?
Im Zentrum der Entscheidung eines Entwicklers steht die Software, mit der er arbeitet. Ein robuster, moderner Tech-Stack in einer Stellenanzeige wirkt wie ein Leuchtturm, der den Innovationsgeist eines Unternehmens signalisiert. Er gibt Entwicklern die Gewissheit, dass sie etwas bewirken können.
Für einen Entwickler, der von einem Job wechselt, in dem Änderungen Monate statt Tage bis zur Produktion brauchen, ist das wie der Tausch einer Pferdekutsche gegen einen Sportwagen!
Das heißt nicht, dass Entwickler nur Geschwindigkeit suchen. Sie wollen sinnvolle Arbeit leisten. Ihnen sind sauberer Code, kollaborative Umgebungen und Herausforderungen wichtig, die ihre Fähigkeiten erweitern.
Wo fügt sich Platform Engineering also in dieses Gesamtbild ein? Bei der Vereinfachung. Führende Unternehmen verkürzen ihre Deployment-Durchlaufzeiten nicht durch Zufall. Sie investieren strategisch in Plattformen, um die Softwarebereitstellung zu vereinheitlichen und zu beschleunigen. Im Kern schaffen sie klare, sichere Wege: Entwicklerplattformen sind nicht nur Tools, sondern entscheidende Wegbereiter.
Ich möchte Software-Compliance ohne manuellen Aufwand
Sich in der Welt der Compliance zurechtzufinden, erinnert an die Zeiten, als Software ganz selbstverständlich „Programme“ und Updates „Saisonereignisse“ genannt wurden. Heute sieht die Welt anders aus.
Schnelle Releases erfordern strenge Regeln. Und seien wir ehrlich: Auch wenn wir uns manchmal darüber ärgern, haben Compliance-Maßnahmen einen guten Grund. Angesichts der Verwundbarkeit der digitalen Welt sind höhere Sicherheit und ein besserer Datenschutz keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit.
Hier kommt die Internal Developer Platform (IDP) ins Spiel
Sie macht Compliance nicht nur erträglich, sondern integriert sie so reibungslos in den Workflow, dass sie sich intuitiv anfühlt. Stellt sie euch wie einen zuverlässigen Kollegen vor, der euch immer den Rücken freihält.
Zum Beispiel:
Automatisierte Audit-Trails: Eine IDP kann alle Änderungen automatisch protokollieren. So ist klar nachvollziehbar, wer wann was getan hat. Das gewährleistet nicht nur Compliance, sondern liefert auch wertvolle Einblicke, falls unerwartete Probleme auftreten.
Policy as Code: Statt Prozesse manuell zu prüfen, könnt ihr spezifische Richtlinien als Code in der IDP definieren. Wenn ein Entwickler etwas tut, das nicht den Vorgaben entspricht, kennzeichnet die Plattform dies und zeigt ihm den richtigen Weg. Dieser proaktive Ansatz kann Fehler drastisch reduzieren.
Abgesichertes Self-Service: Entwickler benötigen häufig Zugriff auf bestimmte Ressourcen. Statt auf manuelle Genehmigungen zu warten, die zu Shadow-IT-Praktiken führen können, bietet eine IDP Self-Service-Portale. Dort wird Zugriff anhand vordefinierter Regeln gewährt – schnell und Compliance-konform.
Konsistente Umgebungskonfigurationen: Jede Umgebung korrekt einzurichten, kann für die Compliance zum Albtraum werden. Mit einer IDP könnt ihr Vorlagen für Umgebungen erstellen und so von Anfang an konsistente, Compliance-konforme und sichere Setups gewährleisten.
Automatisierte Audit-Trails: Eine IDP kann alle Änderungen automatisch protokollieren. So ist klar nachvollziehbar, wer wann was getan hat. Das gewährleistet nicht nur Compliance, sondern liefert auch wertvolle Einblicke, falls unerwartete Probleme auftreten.
Policy as Code: Statt Prozesse manuell zu prüfen, könnt ihr spezifische Richtlinien als Code in der IDP definieren. Wenn ein Entwickler etwas tut, das nicht den Vorgaben entspricht, kennzeichnet die Plattform dies und zeigt ihm den richtigen Weg. Dieser proaktive Ansatz kann Fehler drastisch reduzieren.
Abgesichertes Self-Service: Entwickler benötigen häufig Zugriff auf bestimmte Ressourcen. Statt auf manuelle Genehmigungen zu warten, die zu Shadow-IT-Praktiken führen können, bietet eine IDP Self-Service-Portale. Dort wird Zugriff anhand vordefinierter Regeln gewährt – schnell und Compliance-konform.
Konsistente Umgebungskonfigurationen: Jede Umgebung korrekt einzurichten, kann für die Compliance zum Albtraum werden. Mit einer IDP könnt ihr Vorlagen für Umgebungen erstellen und so von Anfang an konsistente, Compliance-konforme und sichere Setups gewährleisten.
Solche Leitplanken in eine IDP zu integrieren, verwandelt Compliance von einer Hürde in einen effizienten Teil des Entwicklungsprozesses. Mit diesen automatisierten Leitplanken ist es einfacher, Vorschriften einzuhalten, als sie zu umgehen. Entwickler können sich auf das konzentrieren, was sie am besten können: innovativ sein und Lösungen schaffen – ohne den ständigen Schatten von Compliance-Verstößen. Letztlich geht es darum, Sicherheit zu gewährleisten, ohne Kreativität einzuschränken.
Im Platform Engineering besteht die Rolle eines CTO nicht nur darin, ein technischer Leiter zu sein, sondern auch ein Visionär. Es geht darum, klare Ziele zu setzen, das größere Gesamtbild zu verstehen und die gesamte Organisation für diese Vision zu gewinnen.
Im Kern ist Platform Engineering mehr als Technologie: Es verbindet geschäftliche Ziele, Teamdynamik und technologische Fähigkeiten.
Wie bauen wir also eine Platform-Engineering-Organisation auf? Lest Teil zwei meiner Blogserie, um es herauszufinden.
- Platform engineering
- DevOps
Subscribe to our newsletter
Related blogs