Dealflow schaffen: Ein schonungslos ehrlicher Bericht
Eficode hat Business Finland dabei unterstützt, eine Datenbank namens Dealflow zu erstellen, um Unternehmen und Investoren zusammenzubringen.
Die Dealflow-Datenbank von Business Finland bringt finnische Unternehmen mit globalen Investoren zusammen, die nach neuen Möglichkeiten suchen. Die Datenbank automatisiert die manuelle Vermittlungsarbeit zwischen Unternehmen und Investoren und liefert Business Finland gleichzeitig wertvolle Informationen über Unternehmen, die an in- und ausländischen Investitionen interessiert sind, sowie über Investoren und deren Präferenzen.

Für Business Finland, eine dem finnischen Arbeits- und Wirtschaftsministerium unterstellte Regierungsbehörde, ergeben sich daraus zahlreiche geschäftliche Vorteile.
Eficode verfügte über die DevOps, die agile Softwareentwicklung, das Design und die UX-Expertise, um das Produkt zu entwickeln.
Die Flitterwochen: Der Design-Sprint
Das Projekt hatte einen guten Start. Vor dem Design Sprint sorgte eine Vorrecherche dafür, dass die Bedürfnisse der Stakeholder verstanden wurden. Eficode führte Interviews mit 10 verschiedenen Stakeholdern durch und passte den Design Sprint-Prozess an das Projekt an.
Als nächstes folgte der eigentliche Design Sprint, ein fünfstufiger Prozess, der Design Thinking und agile Methodik miteinander verbindet und strategische Hindernisse durch Rapid Prototyping und Nutzerforschung angeht. Das Ergebnis des Design Sprints ist eine Produkt-Roadmap.

Drei Mitglieder des Dealflow-Teams kamen für den Design Sprint in die Eficode-Zentrale. Am Ende der Woche hatte das Projekt einen interaktiven Prototyp, der mit echten Investoren getestet wurde, die sehr positives Feedback gaben.
Man könnte denken, dass dies eine solide Grundlage für einen reibungslosen Projektverlauf war.
Doch dann begann die Realität.
Nun war es Zeit, vom Konzept zu den finalen UI-Screens überzugehen – basierend auf den Testergebnissen – und einen detaillierten Feature-Plan sowie eine Entwicklungsroadmap zu erstellen. Diese Iteration musste aufgrund des engen Zeitplans sehr schnell erfolgen, und schon bald traten Details auf, die Nutzerflüsse und Jira-Stories komplizierter machten.
Beispielsweise benötigte Nutzertyp A spezielle Funktionen auf dem Bildschirm, was das Design teilweise zerstörte, oder Nutzer B sollte bestimmte Optionen auf einem anderen Screen nicht sehen. Bei knapper Deadline und sich wiederholt ändernden Entscheidungen wurde hier die agile Arbeitsweise auf die Probe gestellt.
Es war außerdem das erste Anzeichen dafür, dass das Projekt umfangreicher werden würde, als es beide Seiten ursprünglich erwartet hatten.
Eine Ehe auf wackligen Beinen: Die Entwicklung des Produkts
Vor dem Team lag ein noch steinigeres Terrain. Die gewählte Datenbankslösung war anspruchsvoll, und zudem war sie mit einem Legacy-System verbunden, dessen Integration sehr aufwendig war.
Die Datenbank war zum Entwicklungsstart noch nicht bereit, und Probleme bei der richtigen Zwischenspeicherung der Daten begleiteten das Projekt von Anfang bis Ende. Zu diesem Zeitpunkt wurde deutlich, dass das für das Projekt bereitgestellte Budget – einer der wenigen nicht agilen Faktoren – viel schneller aufgebraucht wurde als geplant.
Auch auf der Planungsebene gab es weitere Herausforderungen. Kommunikationsprobleme mit externen Dienstleistern sowie Verzögerungen bei Systemlieferungen reduzierten zusätzlich die Zeit, die den Entwicklern für die Projektarbeit zur Verfügung stand.
Darüber hinaus wurde während des Projekts der IT-Dienstleister gewechselt, was zusätzliche Komplexität mit sich brachte und die Budgetbelastung weiter erhöhte.
Durchhaltevermögen und Automatisierung
Trotz allem arbeiteten beide Seiten weiter an der Lösung. Dank dringend benötigter DevOps-Expertise entwickelte das Team von Eficode Lösungen, um das Fehlen einer geeigneten Staging- und Testumgebung zu kompensieren. Dabei wurde automatisiertes Testen für verschiedene Softwarebereiche implementiert, um manuelle Tests zu reduzieren, die das Projekt sonst verlangsamt und verteuert hätten.
Eficode entwickelte außerdem eine leichte Docker-Swarm-Orchestrierungslösung für die Produktionsumgebung, die zur späteren Produktveröffentlichung beitrug.
Zufriedene Nutzer, erfolgreiches Produkt
Heute ist das Produkt seit einem Jahr im Einsatz und bestand seinen wichtigsten Test – einen starken Nachfrageschub während der Slush 2019, einer weltweit führenden Startup- und Technologieveranstaltung.
Trotz der Höhen und Tiefen arbeiten Eficode und Business Finland immer noch gemeinsam an dem Produkt! Dealflow wird derzeit vom Anwendungsmanagement-Team von Eficode gepflegt und verbessert.
Fehlertoleranz in UIs und IT-Projekten
Fehlertoleranz kann in eine Benutzeroberfläche integriert werden, indem man Nutzern Auswege aus Prozessen bietet und sie währenddessen absichert – beispielsweise durch eine Auto-Save-Funktion, die verhindert, dass Nutzer ihre Arbeit verlieren, oder durch eine Undo-Funktion für den Fall, dass sie ihre Meinung ändern.
Bei IT-Projekten, die häufig von Stress, Hindernissen und Schwierigkeiten geprägt sind (auch wenn nur wenige dieser Geschichten öffentlich werden), sind Fehlertoleranz und Resilienz entscheidend, um Projekte erfolgreich abzuschließen und langfristig eine gute Zusammenarbeit zwischen den Parteien zu ermöglichen.